Zur Löwenburg in Erfurt

Zur Löwenburg in Erfurt

In der verkehrsberuhigten Allerheiligenstraße liegt das Fachwerkhaus “Zur Löwenburg”. Das denkmalgeschützte Gebäude befindet sich in der historischen Erfurter Innenstadt und ist Teil des Altstadtkerns. Die Allerheiligenstraße ist eine Seitenstraße zwischen Domplatz und Fischmarkt. Nicht weit davon entfernt gelangt man zur Michaelisstraße und zugleich zum ältesten Viertel Erfurts.

Das geräumige Haus kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, die ihm einen Bekanntheitsgrad weit über Erfurt hinaus eingebracht hat. In Urkunden aus dem Jahr 1587 wird das Haus als “Zur Lauenburg” oder “Zum Lauenberg” erwähnt und war ein sogenannter Biereigenhof. Der Besitzer des Gebäudes hatte die Erlaubnis, Bier zu brauen und auszuschenken, was aber nur als Nebenerwerb geschehen durfte. Voraussetzung für diesen einträglichen Nebenverdienst war, dass der Privilegierte Ackerboden und ein gewisses Vermögen besaß.

Der spätere Eigentümer Georg Hertz, der von 1638 bis 1671 das Gebäude bewohnte, arbeitete zusammen mit Johann Georg Hertz als Buchdrucker. Mit dem Bierbrauer Johann Kaspar Schlegel entstand 1836 die Gastwirtschaft “Löwenburg” und eine neue Ära der Nutzung des Anwesens. Die 1816 eingeführte Gewerbefreiheit ermöglichte den uneingeschränkten Bierausschank. Wie lange die “Löwenburg” als Gastwirtschaft geführt wurde, lässt sich nicht mehr genau zurückverfolgen. Nachfolgende Generationen betrieben bis in die 1960er Jahre eine Gastwirtschaft. Danach wurde das Objekt vom volkseigenen Betrieb Kinderschuhe als Lager genutzt. Der “Erfurter Freizeitclub Löwenburg e.V.” bemühte sich ab Mitte der 1980er Jahre, das inzwischen leer stehende Gebäude in eine Begegnungsstätte umzuwandeln.

Das Fachwerkgebäude wurde als Renaissancefachwerk erbaut, gut erkennbar an der Kubatur. Neben dem Hauptgebäude wurde zeitgleich ein Nord-Ost-Seitenflügel errichtet. Angewandt wurde dabei die Stockwerkbauweise unter Verwendung von vorwiegend gezapften Holzverbindungen. Dendrochronologische Untersuchungen belegen, dass die Hölzer im Winter 1639/40 gefällt wurden und demnach 1640 die Bautätigkeiten begannen. Dabei wurde vermutlich auch die Keller beider Gebäude gemeinsamen erschlossen.

Die zeittypischen traufständigen Satteldächer sind noch an beiden Gebäuden vorhanden. Das Hauptgebäude verfügt über 3 Voll- und 4 Dachgeschosse, während der Seitenflüge mit 3 Vollgeschossen und einem Dachgeschoss erbaut wurde. Dazu gehört auch ein Laubengang im 1. und 2. Obergeschoss. Mittellängsunterzüge stützen die Vollgeschosse ab.

Die Räume sind derart strukturiert, dass sie auf eine Wohnnutzung hindeuten. Im Erdgeschoss befindet sich eine ungeteilte Halle. Eine große Diele ziert das Obergeschoss. Weitere Räume zur Straße finden sich ebenfalls im Obergeschoss. Die Vorderseite der “Zur Löwenburg” zeigt zur Allerheiligenstraße, also zur Südostseite, von wo aus das Sichtfachwerk, bestehend aus K-Streben und Thüringer Leiter einschließlich Brüstungsgurt, zu sehen ist.

Weitere Informationen und Unterlagen erhalten Sie hier auf Anfrage (Link).

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